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Verona und Mailand |
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von der antiken Arena di Verona bis zur Modemetropole |
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| Ein halbes Jahr war seit unserem letzten Auslandsaufenthalt vergangen. Einiges wurde geplant und organisiert, so auch unsere Hochzeit bzw. unser Grundstückskauf. Um etwas Ruhe in unseren Terminstress zu bringen beschlossen wir ein paar Tage nach Italien zu fahren. Am 06/07/2007 fuhren wir, gemeinsam mit Christinas Eltern, nach Verona. Highlight dieses Städtetrips war die Aufführung von "Nabucco" in der Arena di Verona am Samstag 07/07/2007. Nach 9 Stunden Fahrtzeit kamen wir ziemlich geschafft in Verona an. Gleich schlafen gehen wollten wir allerdings nicht, so beschlossen wir abendlich noch in die Altstadt zu spazieren. Unser Hotel, das Hotel Leopardi**** lag etwas ausserhalb der Stadtmauer. Zu Fuß waren wir in etwa 20 Minuten an der Piazza Bra bei der Arena. Schon bei den ersten Schritten durch die alten, schmalen Gassen Veronas waren wir in diese Stadt verliebt. Angekommen an der Piazza Bra genossen wir erst einmal das mediterrane Ambiente und die wunderschöne Lage der Arena di Verona. Der Abend klang bei einem schönen Abendessen mit Rotwein und Blick auf die Arena aus. Willkommen in Italien. Nach 10 Stunden schlafen nahmen wir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück im Hotel zu uns. Mit großer Freude auf den bevorstehenden Tag machten wir uns erneut auf den Weg Richtung Piazza Bra. Erster Stopp war die schönste Kirche Veronas – Basilica di San Zeno. Diese romanische Kirche wurde nach einem Erdbeben im Jahre 1117 auf den Überresten wieder errichtet. Die Fassade stammt aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und gehört zu den bedeutendsten Kirchenfassaden der europäischen Romanik. San Zeno wurde in zwei Arbeitsphasen errichtet, die verschiedene Prinzipien verfolgten. Diese sieht man auch an einigen Details der Fassade. Die Vorhalle, das Portal und die Marmorreliefs gehören zum Teil in die erste Phase, die bis 1138 dauerte. Das Tympanon zeigt in der Mitte den Heiligen Zeno, dem die Kirche geweiht ist, der den Höllendrachen niederschlägt und den berittenen Patriziern rechts und dem Volke links die Standarte der Stadt zeigt - eine Darstellung, die in der Zeit der Stadtrepublik offen politischen Charakter hat, indem das Volk als Bildthema überhaupt erscheint. Die geschützte Lage dieses Tympanons unter dem Baldachin hat den Erhalt der Farbigkeit garantiert. Auffallend ist die Gestaltung der Krypta, die im Chor gleichsam auf halber Höhe liegt. Für die oberitalienische Architektur des 12. Jhs. sind diese großen, vielschichtigen Kryptenanlagen bezeichnend, die den Chor wie eine Bühne hochheben. Nach ausführlicher Besichtigung der Kirche gingen wir weiter entlang der Etsch bis zur Ponte Scaligero, welche ins Castelvecchio führt. Diese Brücke wurde im Weltkrieg komplett zerstört und 1950 in originaler Form wieder erbaut. Der zum Kastell gehörende Verteidigungsturm steht am stadtseitigen Ufer der Etsch. Die Brücke steigt zum Scheitelpunkt des Bogens am Turm hin an, die Spannweiten der 3 flachen Gewölbe nehmen zum Turm hin zu. Die Stirnmauern aus roten Ziegeln sind mit den für die Scaligerzeit typischen Zinnen gekrönt. Die Brücke ist 120 m lang und 6 m breit. Durch das Castelvecchio spazierten wir nur gemütlich hindurch. In dieser ehemaligen Festung der Scaliger befindet sich heute eine herausragende Sammlung aus dem Mittelalter und der Renaissance. Höhepunkt der Sammlung sind sicherlich die Gemälde der Veroneser Maler Pisanello und Paolo Veronese. Nach dem Castelvecchio holten wir uns in der Via Pallone unsere Karten für die abendliche Veranstaltung in der Arena di Verona. Von dort aus starteten wir eine kleine Shopping Tour über die Via Mazzini bis zur Piazza delle Erbe. Menschenmassen strömen am Ende der Via Mazzini nach rechts zum Balkon der Julia aus Shakespears "Romeo und Julia". Der Eingang wird durch tausende Unterschriften von Liebespaaren "geschmückt"?! Julias Haus steht angeblich in der Via Cappello. Der Balkon ist zwar nicht das Original, lädt aber zum Romantisch werden ein. Efeuumrankte Mauern, elegantes Stabwerk schmückt die Fenster und die Fassade ziert natürlich der Balkon. Die Ruhestätte Julias befindet sich angeblich in der romanischen Kirche San Francesco al Corso, südöstlich der Piazza Bra. Nach einigen Fotos vom Balkon mussten wir natürlich wie alle auch einmal den Busen der Julia berühren. Die Bronzestatue steht vor dem Balkon und die oben genannte Geste soll Kindersegen bescheren. Wir beschlossen an der Piazza delle Erbe ein Mittagessen zu uns zu nehmen. An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich empfehlen, das Lokal an der Piazza delle Erbe sorgfältig zu wählen. Wir entschieden uns leider für ein falsches Lokal und waren stinksauer bei „Charlies Bar“. Kalte, kleine Portionen, superteure Getränke (Bier 0,20 l € 6,80,-). Für 4 Vorspeisen und 4 Getränke zahlten wir insgesamt € 75,-. Auch die Bedienung war unter jeder Kritik. Man merkt wieder wie verwöhnt man als Österreicher eigentlich ist. Unser nächster Programmpunkt war die Torre di Lamberti. Der Turm ist 54 m hoch und bietet den schönsten Ausblick auf die Stadt. Er befindet sich direkt an der Ecke Piazza delle Erbe und Piazza dei Signori. Der Torre stammt aus dem 12. Jahrhundert. Man kann zwischen Fahrstuhl und Treppe wählen, beides kostet € 6,-/Person. Wir entschieden uns für die Treppe, wir stehen einfach auf alte durchsichtige Treppen in hohlen Türmen. Nach unserem schwindelerregenden Aufstieg nahmen wir die Piazza delle Erbe genauer unter die Lupe. Hier befindet sich das Forum, Zentrum des Bürgerlebens in der römischen Zeit Veronas. Diese Eigenschaften hat die Piazza delle Erbe über Jahrhunderte hinweg beibehalten: es ist ein Ort von Begegnungen und des Markts, aber auch der Verwaltung der Stadt. Die Monumente sind Symbole der verschiedenen Oberherrschaften. Das berühmteste ist der zur Scaligerzeit errichtete Brunnen mit der Wiederverwendung einer römischen Statue, später "Madonna Verona" genannt. Am Ende des Platzes der Turm des Gardello aus dem 14. Jahrhundert sowie der Barockpalast Maffei. Das beeindruckenste Bauwerk ist sicherlich die Casa Mazzanti an der Nordostseite des Platzes. Die Fassade des Hauses ist mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert geschmückt. Weiter ging es zur Piazza dei Signori, dem wohl schönsten Platz der Stadt. Diese Piazza ist völlig von monumentalen Bauten aus dem Mittelalter und der Renaissance umgeben. Im 13. und 14. Jahrhundert lag hier das Machtzentrum der Scaliger. Der Palazzo degli Scaligeri aus dem 13. Jahrhundert steht etwas zurückversetzt. Ein großes, weißes Renaissanceportal ziert den zinnengeschmückten Backsteinbau. Dante, dessen neuzeitliche Statue sich in der Mitte des Platzes befindet, lebte hier im Exil. Verlässt man den Platz durch die Gasse neben dem Palazzo, gelangt man zu den Arche Scaligere, den Mausoleen des Fürstengeschlechts vor der Familienkapelle Santa Maria Antica. Nächster Stopp war bei der Basilica Sant´ Anastasia. Diese gotische Kirche wurde in der Zeit von 1290 bis 1481 errichtet. Die Fassade mit dem gotischen Portal blieb unvollendet. Im Inneren der Kirche befinden sich einige Werke von Pietro da Porlezza, Cattaneo, Michele da Firenze, Lieberale da Verona. Im dunklen Innenraum verbirgt sich ein großartiges Gemälde von Pisanello, das einen übermütig wirkenden Hl. Georg darstellt. Beachtenswert ist auf jeden Fall auch die verblüffend echt wirkende Skulptur eines „Buckligen“, der das Weihwasserbecken trägt. Etwas nördlich der Basilika bietet Veronas im Jahre 1187 geweihter Duomo ein reizvolles architektonisches Gemisch. Gotische Fenster flankieren die romanischen Bögen des Hauptportals. Die hintere Apsis ist ein Renaissance-Anbau aus dem 16. Jahrhundert. In der ersten Kappelle auf der linken Seite befindet sich ein Altargemälde von Tizian. Unweit des Doms führt der Ponte Pietra zum römischen Theater. Vom Duomo gingen wir entlang der Etsch und überquerten diese über der Ponte Garibaldi. Vorbei an San Girogo in Braida und Santo Stefano gingen wir zum Ponte Pietra. Dies ist die älteste Brücke, die über die Etsch führt. Sie stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Diese Brücke schließt die ganze Geschichte Veronas in sich ein. Die beiden Bögen, die an die Hügel angrenzen, haben noch die römische Steinstruktur erhalten, während die anderen drei aus Ziegelstein sind. Unsere Sohlen brannten schon von den vielen Besichtigungen des Tages und so beschlossen wir durch die Altstadt zurück ins Hotel zu gehen. Es war mittlerweile 18 Uhr geworden, um 21:15 Uhr begann "Nabucco". Da wir doch auch einige Zeit zum Frischmachen brauchten, beschlossen wir das Abendessen im Hotel zu uns zu nehmen. Mittels Buffet tankten wir Kräfte für die bevorstehende 4-stündige Oper. Die Arena di Verona ist sicherlich eine einmalige Location für eine derartige Aufführung. Die Arena wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Domitian erbaut. Von den Bögen in der Umgrenzungsmauer haben nur 4 die Erdbeben von 1117 und 1183 überstanden. Die innere Arkade mit zwei Bogenreihen blieb komplett erhalten. Gladiatorenspiele, Wagenrennen und andere Festlichkeiten fanden einst hier statt. Die Oper "Nabucco" möchten wir nicht detailliert beschreiben, ein Wort für diesen Abend sollte alles beschreiben: grandios!!! Am Morgen des 08/07 packten wir unsere Koffer in den Kombi und brachen in Richtung Mailand auf. Ein Stopp war noch beim Castel San Pietro geplant. Von den Hügeln hat man einen wunderschönen Blick über die gesamte Stadt und die Etsch. Eine traumhafte, fast schon kitschige Kulisse. Auf dem Weg nach Mailand machten wir noch Halt beim Parco Sigurta Giardino. Dieser Park zählt zu den fünf schönsten Gartenanlagen der Welt. Er entstand im Jahre 1617. Im Jahre 1859 wurde er zum Hauptquartier von Napoleon III. Berühmte Nobelpreisträger, wie Konrad Lorenz, waren hier zu Gast. Heute dehnt sich der Park über eine Fläche von 560.000 m² aus. Hier kann man die Natur in ihrer unglaublichen Vielfalt entdecken. Empfehlenswert ist sicherlich die Anmietung eines Golf-Mobils mit welchem man gemütlich durch den Park fahren kann. 1 Stunde kostet € 15,-. Man parkt sich an gekennzeichneten Stellen gemütlich ein und spaziert dann zu den jeweiligen Highlights. Um 17 Uhr ging es nun Richtung Mailand. Vom ersten Moment an waren wir von Mailand enttäuscht. Wir empfanden die Stadt als hektisch, schmutzig und fremd. Demnach fühlten wir uns auch überhaupt nicht wohl. Wir besichtigten zwar die Highlights der Stadt, jedoch Begeisterung kam lediglich im bzw. am Dom von Mailand und im San Siro – Stadio Giuseppe Meazza auf. Wie schon der Reiseführer sagt: "Mailand gibt seine Schätze nicht preis, man muss diese entdecken". Erster Besichtigungspunkt am 09/07 war der Mailänder Dom. Der Duomo Santa Maria Nascente ist eines der berühmtesten Bauwerke Italiens bzw. Europas. Er ist nach der Basilika Notra Dame de la Paix in Yamoussoukro, dem Petersdom in Rom und der Kathedrala in Sevilla, die viertgrößte Kirche der Welt. Der fünfschiffige Dom, 157 m lang und 109 m breit, bietet bis zu 40.000 Menschen Platz. Die hohen, farbenprächtigen Fenster gehören zu den größten der Welt. Der Bau wurde Ende des 14. Jahrhunderts unter Herzog Visconti begonnen und erst 1858 fertiggestellt. Das durch den hellen Marmor und die knapp 4000 Statuen einmalige Bauwerk, wurde 1572 auf den Namen Santa Maria Nascente geweiht. Der Stil des Kirchenbaus ist gotisch und stellt damit innerhalb der italienischen Architektur eine Ausnahme dar. Allerdings ist die Fassade, die erst unter Napoleon abgeschlossen wurde, eher als Mischung aus barocken und neugotischen Stilelementen anzusehen. Auf der Turmspitze ist eine weithin sichtbare goldene Madonnenstatue, la Madonnina, die in der inoffiziellen Mailänder Nationalhymne "O mia bella Madunina" angesprochen wird. Den Dom stützen 52 Säulen, die die Kalenderwochen darstellen. Bemerkenswert ist sicherlich die Begehung des Domdaches. Eine einzigartige Gelegenheit, in einer Domfassade auf das Dach zu steigen. Wieder festen Boden unter den Füssen, beschlossen wir gemütlich durch die Galeria Vittoria Emanuele II Richtung Scala zu schlendern. Wer hier ein Cafe betritt darf sich nicht über die Preise wundern. In der Mitte der Galeria gibt es ein Stiermosaik, man erkennt es am Loch in der Mitte, denn es heißt, wer sich auf dem Stier einmal um die eigene Achse dreht darf sich etwas wünschen. Wie sind einfach abergläubisch ;-) Kommt man aus der Galeria heraus so steht man unmittelbar vor dem wohl berühmtesten Operhaus Europas, der Mailänder Scala. Wir konnten sie leider nicht besichtigen wegen Proben. Ein Highlight des Tages war sicherlich das Abendessen bei den alten Kanälen Naviglio Grande. Hier möchten wir unbedingt das Officina 12 empfehlen (www.officina12.it). Tolles Essen zu angemessenen Preisen und eine wunderschöne gemauerte Cocktailbar mit Cocktails zu € 8,-, was wir auch als sehr in Ordnung empfanden. Am Dienstag, 10/07 fuhren wir in den Stadtteil San Siro wo wir das mit 89.500 Plätzen ausgestattete Giuseppe Meazza Stadion besuchten. Zuerst ging es vorbei am ersten Rang die Längsseite entlang. Von dort gingen wir die Stiegen hinunter zu den Kabinen der Mannschaften, zuerst in die Kabine des AC Milan und dann in die Kabine von Internazionale Mailand. Beeindruckend war der offensichtliche Budgetunterschied der beiden Mailänder Großklubs. Hierzu am Besten unsere Bildergalerie besuchen. Nach der Führung besuchten wir noch den Shop und das Fußballmuseum in dem wir sogar einige österreichische Spieler entdeckt hatten. Der Abend ging mit Shopping und gutem Essen zu Ende. Das "Primafila" ist ein tolles Restaurant direkt beim Duomo und der Galeria. Schon am Vortag waren wir zu Mittag in diesem wunderbaren Ristorante und beschlossen es noch einmal zu besuchen um unseren Abend bei gutem Essen, stimmungsvoller Musik und angenehmen Ambiente, ausklingen zu lassen. Am Mittwoch verließen wir um 09:00 Uhr morgens die italienische Metropole und haben wieder Mal einiges gelernt!
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