Der größte ist die Cordillera Central. Sie erstreckt sich von Ost nach West, wie der Name schon sagt, in der Mitte. Ihr höchster Gipfel, der Pico Duarte, benannt nach Juan Pablo Duarte, dem Freiheitskämpfer, dem das Land seine Unabhängigkeit verdankt, reckt sich 3175 Meter hoch. Gen Norden läuft das Gebirge im landwirtschaftlich intensiv genutzten und dicht bevölkerten Cibaotal aus und erhebt sich wieder bis zur Küste in der Cordillera Septentrional. Sie besteht überwiegend aus Kalkgestein, das durch die Folgen von Wind, Regen und Hitze an manchen Stellen bizarre Formen angenommen hat. In dieser Region wird Bernstein gefunden.
Nach knapp 10 Stunden landeten wir in Punta Cana. Durch den exotischen Terminal ging es sofort zur Pass-Kontrolle und zum Gepäck. Alles klappte einwandfrei und so saßen wir 20 Minuten nach unserer Landung schon im Bus, der uns zu unserem Hotel „Hodelpa Caribe Club“ bringen sollte (mittlerweile ist dieses Hotel von einer großen spanischen Hotelkette übernommen worden). Wir bezogen unsere „Cayena“ und gingen anschließend zum Strand. Die Playa Bavaro ist der Hauptstrand an der Küste von Punta Cana. Der sehr breite und feinsandige Strand erstreckt sich über eine Gesamtlänge von fast 50 km. Müde von der Anreise gingen wir nach einem ausgiebigen Abendessen zu Bett.
Am ersten Morgen spazierte Wolfgang schon früh morgens zum Strand, um den Sonnenaufgang zu genießen. Gleichzeitig reservierte er einen Schirm, welchen wir für die nächsten 2 Wochen behalten konnten. Wolfgang begab sich natürlich gleich in die pralle Sonne und erfreute sich dem Gefühl einfach nichts zu tun, beobachtete das Meer, die Vögel und das Treiben an der Playa Bavaro. Tina las ein Buch nach dem anderen und ging ihren sonstigen Lieblingsbeschäftigungen nach: Muscheln sammeln, Fotomotive suchen und Leute beobachten. Wir spazierten die Playa Bavaro mal nach links, mal nach rechts. Wir sahen uns andere Hotels an die am Wege lagen und erfreuten uns karibischer Klängen, die man überall hören konnte. Der Erholungsfaktor war sehr hoch.
Nach der 1. Woche wurde uns etwas langweilig. Die Animation am Pool konnten wir mittlerweile nicht mehr hören, die Bücher waren gelesen und Muscheln gab es so gut wie keine mehr im Umkreis von 2 km. So entschieden wir uns Ausflüge zu buchen. Wir haben diese bei der Reiseleitung vor Ort gebucht. Nebenausgaben wie Essen, Trinken und Ausflüge sind sehr teuer. Ein Ausflug kostete rund $ 99,-. Wir entschieden uns zu einer Fahrt zu Leos Bucht und einer Monstertrucktour. Um 06:30 Uhr am nächsten Morgen wurden wir abgeholt und fuhren mit anderen Urlaubern nordwärts die Küste entlang. Am Weg durften wir verschiedene Früchtesorten sowie die farbenprächtige Fauna und Flora der Dominikanischen Republik bewundern und wir erfreuten uns der verwunderten Gesichter anderer Touristen als sie eine Kakao Frucht bestaunten (wir kannten ja schon viel aus Bali). Die Fahrt ging weiter, bis wir an ein kleines Fischerdorf kamen. Dort stiegen wir in kleine Boote um, die uns zu Leo bringen sollten. Leo ist ein Schweizer der sich vor 14 Jahren eine verträumte, abseits vom Trubel gelegene, Bucht gekauft hat. Der Strandabschnitt heißt Playa Esmeralda und liegt unweit der Bacardi Insel Samana, wo die meisten Touristen hinströmen. Leo lässt nicht mehr, zumindest damals war es so, als 25 Touristen an einem Tag in seine Bucht, welche wir nach ca. 30-minütiger Überfahrt erreichten. Zur Begrüßung gab es Cuba Libre. Man stelle sich vor: eine endloslange Bucht mit weichem, goldenen Sand in den man bis zu den Knöcheln einsinkt. Ein Meer, das leise kleine Wellen ans Land schlägt. Ehe wir die Traumlandschaften und das Meer genießen konnten, erkundeten wir noch die Gegend. Stehend auf der Ladefläche eines LKWs fuhren wir durch dichte Palmenhaine bis wir schließlich an einer kleinen Lagune anhielten. Dort stiegen wir wieder in kleine, sehr leise Elektroboote um und sollten anschließend ein Highlight unserer Reise erleben. Ganz heimlich, still und leiste tuckerten wir durch die dichten Mangrovenwälder. Überall waren kleine Krebse und verschiedene Vogelarten, die sich aber durch uns nicht stören ließen. Das Wasser ist an dieser Stelle knapp 1,5 m tief. Man sollte sich trotzdem nicht zu weit aus dem Boot lehnen da dieses sonst zu kippen droht. Die Mangroven wurden immer dichter und so fuhren wir schließlich durch einen Tunnel hinaus und sahen das Ausmaß der Salzwasserlagune, welches hinter einem Palmengürtel versteckt lag. Da starker „Seegang“ herrschte, kehrten wir bald wieder um und fuhren durch den Tunnel hindurch zu unserer Anlegestelle zurück.
Ab nun hieß es Genießen in vollen Zügen. Wir bekamen mittags, wie könnte es anders sein, kulinarische Leckerbissen aus der Schweiz. Züricher Geschnetzeltes mit Nudeln wurde uns inmitten von Palmen serviert. Nach dem Essen gingen wir natürlich sofort zum Strand. Dichte Palmenhaine schmücken die Küstenlinie der Playa Esmeralda. Keine Touristen, keine Animation, einfach nur Ruhe. Kann man eigentlich kaum glauben, wenn man jetzt 7 Tage an der Playa Bavaro war (Jubel, Trubel, Heiterkeit). Wir tranken Poco Loco, zu Deutsch „Kopf – Schwindel“. Noch Fragen? Es war aber halb so schlimm. Wir standen etwas weiter draussen im Meer, das uns hüfthoch umgab, die Sonne schien und Musik von Julio Eglesias bzw. Harry Belafonte erklang aus einem Lautsprecher am anderen Ende der Bucht – das Paradies:
Oh, island in the sun, willed to me by my father's hand,
all my days I will sing in praise
of your forests, waters, your shining sands.
As morning breaks the heaven on high,
I lift my heavy load to the sky.
Sun comes down with a burning glow,
mingles my sweat with the earth below.
Wir fühlten uns rund um wohl. Leider verging die Zeit viel zu schnell und so hieß es „Ciao, ciao, Playa Esmeralda“. Am Abend kamen wir sehr erschöpft von der langen Busfahrt wieder in unserem Hotel an. Wir nahmen noch ein Abendessen zu uns und gingen müde zu Bett.
Am Dienstag in der zweiten Woche hatten wir einen dominikanischen Abend. Viele Stände mit Schmuck und anderen Souvenirs waren im tropischen Garten unserer Anlage aufgebaut. Wir bummelten gemütlich durch und lauschten den Merengue-Klängen unserer Haus-Band. Das Wetter ließ uns leider etwas im Stich. Die Sonne zeigte sich nur mehr zwischendurch. Es störte uns aber nicht wirklich. Wolfgang vielleicht noch mehr, da er noch eine schöne Bräune schinden wollte, die er aber ohnedies schon hatte. Da es aber nicht die ideale Reisezeit war, hatten wir uns darauf eingestellt.
Da man wie gesagt die Sonne nun weniger genießen konnte, traf sich das mit unsere gebuchten „Monster Truck Safari“ sehr gut. Umgebaute „Raketen-Transporter“ heizen mit ihren 4 Achsen, mit knapp 70 km/h über Stock und Stein, quer durch die Cordilleren, durch Schluchten, durch Flüsse und durch Wälder. Zwischendurch blieben wir immer wieder bei einigen Stationen stehen – bei typisch dominikanische Häuser der Insel, einer Zuckerrohrplantage und einem Voodoo-Doctor. Wir bekamen ein Stück Zuckerrohr zu kosten - sehr süß und gut und hatten Einblick in die verwerfliche Welt des Voodoo. Das wirkliche Highlight dieses Tages war das aber auch nicht. Wir machten ein paar Fotos und ärgerten uns über ein paar Touristen die andauernd Süßigkeiten und Stofftiere an die Menschen verteilten, obwohl es ausdrücklich hieß, dass wir nichts verteilen sollen. Die letzte Station war eine Hahnenkampfarena – der Nationalsport. Uns wurde auch ein Kampf vorgeführt – jedoch nicht mit Sporen sondern mit Wattebauschen an den Beinen der Kampfhähne. Wir machten uns auf den Rückweg zu unserem Ausgangspunkt. Die Wolken wurden immer dünkler, der Wind legte zu und dann passierte es. Wir hatten mitten in einer kleinen Ortschaft, wo gerade Schulschluss war, einen Reifenschaden. Es kann sich ja wohl jeder vorstellen wie lange es dauerte, bis man sooooo ein Rad gewechselt hat. Die Wolken waren nun tief dunkelgrau und es begann wie aus Eimern zu schütten. Einen derartigen Regenguss hatten wir bis dahin noch nicht erlebt. Nach ca. 1 Stunde war auch das Unwetter überstanden und Dank der Hilfe von Einheimischen konnten wir die Reise fortsetzen. Gott sei Dank hatten wir genug Rum dabei und so wurde es nicht langweilig. Man kann sich vorstellen, wie viel Spaß die Einheimischen mit unserem Reifenplatzer hatten. Komplett durchnässt erreichten wir gegen 21 Uhr wieder unser Hotel.
Den Rest der Woche verbrachten wir mit Faulenzen, wie kann es auch anders sein. Die Sonne zeigte sich uns am letzten Tag noch einmal und so konnte Wolfgang die letzten Tropfen des Nussöls verschmieren. Am 31. Mai hieß es Abschied nehmen. Wir nahmen in unserer Boeing 767-300 Platz und starteten pünktlich. In Zürich landeten wir wieder zwischen und 1 Stunde später setzte unser Jet pünktlich in Wien-Schwechat auf. Wolfis Eltern erwarteten uns schon und waren sehr froh dass wir wieder zu Hause waren. Das Endresümee dieser Reise: Wir haben es einmal gesehen, wir haben es einmal erlebt, es war schön aber es war nicht einer jener Urlaube die wir über lange Zeit in unserem Kopf behalten. Vielleicht war es auch das falsche Ziel. Man sagt ja immer wieder, dass die Dominikanische Republik auch als das „Mallorca der Karibik“ bezeichnet wird. Wenigstens hatten wir das erreicht was wir wollten, wir waren entspannt. Das war uns zu diesem Zeitpunkt das Wichtigste. In diesem Sinne „Ola Senior, Ola Seniora“!
Quelle: Baedecker
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