Tag 2 - Fahrt zum Cape Reinga

Tag 2 - Waitangi Treaty Grounds, 90 Mile Beach, Sanddünen von Te Paki, Cape Reinga

Busby House
Kriegskanu
Versammlungs-
haus
innen
Maori-
Schnitzerei
90-Mile-Beach
Sanddünen
Te Paki
Cape Reinga
Light-
house
Tasman Sea & Pacific

Früh morgens verließen wir den Holiday Park Pahia in Richtung Bay of Islands . Wie der Name schon sagt, reihen sich unzählige kleine Inseln aneinander. Eine schöner als die andere. Am besten lässt sich die Bay mittels einer Schiffstour erkunden. Es gibt einige Anbieter vor Ort.

Leider konnten wir schon in der Früh die Regentropfen auf dem Dach unseres Wohnmobils hören. Dies sollte auch den ganzen Tag so bleiben. Neuseeland zeigte sich von seiner gefürchteten Seite. Wenn es regnet, dann ohne Aussicht auf ein Ende und wie aus Eimern. So konnten wir die idyllischen, kleinen Buchten immer nur aus dem Camper sehen. Wenn der Regen hin und wieder für ein paar Minuten kurze Pausen einlegte, hielten wir an um die Bay of Islands zu bewundern. Leider versprühte die Bay bei diesem Wetter nicht den Flair, der sie ansonsten so auszeichnet.

Wir beschlossen die Waitangi Treaty Grounds zu besuchen. Hier wurde am 6. Februar 1840 der "Treaty of Waitangi" unterzeichnet. Zu sehen ist hier die Busby's Residency, ein extra aus Australien importiertes Haus, in dem der Vertreter Britanniens - James Busby - ab 1833 wohnte. Er galt als Mediator zwischen Maori und Weißen. Das Haus ist typisch für die Zeit um 1840 eingerichtet. Im Garten des Anwesens befindet sich der Flagstaff, der an dem Ort steht an dem am 6. Februar 1840 die Maori-Häuptlinge den Vertrag unterschrieben. Am Flaggenmasten hängen die Flaggen des Vereinigten Königreichs, Neuseelands und die Flagge der Maori. In der Nähe des Wassers befindet sich ein riesiges Maori Kriegskanu (Whare Waka), dass 35 Meter lang ist und 76 Männern Platz bot. Das Kanu war Teil der Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Vertrages 1940. Aus dem gleichen Jahr stammt das Te Whare Runanga Versammlungshaus, das ein Symbol für Beteiligung der Maori am Vertrag darstellen soll. Das Versammlungshaus ist im typischen Stil der Maori Versammlungshäuser (Marae). Besonderheit erfährt es dadurch, dass es nicht zu einen bestimmten zugerechnet wird, sondern allen Maoris gehört. Über den Treaty Ground verlaufen mehrere Rundwege, die zum Teil durch Mangroven führen oder schöne Blicke auf die Bay of Islands eröffnen. Im Besucherzentrum kann ein Informationsfilm, der die Geschichte des Vertrags von Waitangi und der Gegend erzählt, gesehen und Souvenirs gekauft werden. Es ist täglich von 9 bis 18 Uhr im Sommer und von 9 bis 17 Uhr im Winter geöffnet.

Wir fuhren weiter Richtung Norden zur Doubtless Bay und erreichten schließlich Awenui. Hier kann man entweder südlich Richtung Waipoua Kauri Forest oder nördlich den 90 Mile Beach entlang fahren. Das Cape Reinga wäre eigentlich unser Tagesziel für den 3. Tag gewesen, da es uns aber die Bay of Islands so verregnete, konnten wir an diesem Tag schon an die nördlichste Spitze Neuseelands fahren. Nach einer Fahrzeit von ca. 30 Minuten kann man das 1. Mal (es gibt nur ein paar Möglichkeiten) an den 90. Mile Beach abzweigen. Dieser Strand beeindruckt durch seine Länge, seine Breite und ist zweifelsohne ein Naturwunder. Bei Ebbe ist er ca. 200m breit und geht bis hinauf ans Cape Maria van Diemen, welches ans Cape Reinga grenzt. Bei Ebbe werden Fahrten mit Bussen ans Cape Reinga über den 90 Mile Beach angeboten. Als wir am Strand standen, konnten wir so richtig die Kraft der Natur spüren. Riesige Wellen brachen über den Strand herein. Die Gischt lies die Länge des Strandes ins Endlose verschwimmen. Für uns ohne Zweifel ein Naturwunder.

Wir fuhren die Straße wieder zurück bis zur Abzweigung und nun ging es gemütlich durch wunderschöne, hügelige Landschaften hinauf Richtung Cape Reinga. Die Straße – der Highway 1 von Auckland – änderte nun die Fahrbahnbeschaffenheit und ging ca. 25 km vor dem Cape Reinga in eine Gravel Road über. Eine Schotterstraße mit teilweise ca. 8 cm tiefen Querrillen. Nach weiteren 10 km konnten wir unseren nächsten Stopp am Horizont erkennen. Die Sanddünen von Te Paki. Diese „Sandberge“ erreichen eine Höhe von ca. 140 m. Über eine weitere Gravel Road zweigt man zu den Dünen ab. Vom Parkplatz aus kann man den Aufstieg in Angriff nehmen, welcher ca. 40 Minuten dauerte. Der Weg hinauf ist sehr, sehr anstrengend und sollte auf jeden Fall barfuss bewältigt werden. Mit Schuhen wird das steile, obere Stück sehr mühsam. Der Wind pfeift um die Ohren und ist man oben auf den Dünen so kann man tief unten beim Meer noch immer den 90 Mile Beach sehen.

Nun ging es die Gravel Road zurück bis zur Abzweigung und dann noch mal über Schotter nordwärts bis ans Cape Reinga, dem fast nördlichsten Punkt Neuseelands. Der Platz hat eine spirituelle Bedeutung. Cape Reinga war nach dem Glauben der Maori der Ort, wo die Seelen der Verstorbenen ins Wasser gehen, um dann in Hawaiki, dem sagenhaften Ursprungsland der Maoris, einer Art Paradies, wieder aufzutauchen. Wir spazierten hinunter zum Leuchtturm und bewunderten das Naturschauspiel des Meeres. Hier treffen der Pazifik und die tasmanische See aufeinander und verursachen einen ziemlichen Tumult. Die gesamte Stimmung am Cape Reinga ist sehr mystisch. Tief unten brechen riesige Wellen und die Gischt streicht über den Sand welcher sich zwischen Felstürme zwängt. Wir genossen die wohl einzigartige Stimmung. Abschließend kann man noch auf einen kleinen Hügel spazieren, welcher in ca. 10 min erreicht ist. Von dort oben kann man wunderschöne Rundblicke ergattern. Links kann man das Ende des 90 Mile Beach erkennen, vor den Augen hat man den Leuchtturm des Cape Reingas und in unmittelbarer Nähe kann man das Cape Maria van Diemen ausfindig machen. Nach einer Kaffeepause mit herrlichem Ausblick beschlossen wir wieder retour zu fahren und da es „erst“ 18 Uhr war legten wir noch eine relativ große Strecke zurück.

In der Folge verplanten wir uns etwas und fuhren bis weit in die Nacht hinein. Dadurch versäumten wir sicher ein paar schöne Eindrücke, hatten aber für die nächsten Tage einen kleinen Zeitpolster. Schließlich übernächtigten wir in Opononi.